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Der große Ratgeber zu Kondolenzschreiben

Auf einen Todesfall zu reagieren, fällt den meisten Menschen nicht leicht. Jetzt heißt es, die richtigen Worte in der Beileidskarte zu finden.

                                   

 

Der Inhalt von Beileidsschreiben

Trauerkarten sind dazu da, den Angehörigen eines Verstorbenen sein aufrichtiges Beileid auszudrücken. Ein entscheidender Punkt, damit das perfekt gelingt, ist der Inhalt. Wem der Platz dafür in einer Klappkarte nicht ausreicht, der kann einen Trauerbrief verfassen. Im Grunde ist der Aufbau identisch, allerdings bietet die zweite Variante mehr Raum für Ihre Worte.

Grundsätzlich sind Sie in der Gestaltung von Karten relativ frei. Aber gerade, wenn es sich um einen ernsthaften Grund für ein Schreiben handelt, ist die klassische Struktur zu bevorzugen. Je mehr Sie vom typischen Aufbau einer Karte abweichen, desto größer das Risiko, die Angehörigen des Verstorbenen zu irritieren. Idealerweise ordnen Sie den Text folgendermaßen an:

  • Anrede
  • Einleitung
  • Persönlicher Bezug
  • Beileidsbekundung
  • Hoffnung für die Zukunft spenden
  • Unterstützung anbieten
  • Verabschiedung

Die Anrede

Sprechen Sie den Empfänger in einer Formel an, die Ihre Beziehung zu ihm widerspiegelt. Je näher Sie dem Trauernden stehen, desto persönlicher klingt die Anrede. Im Zweifelsfall bleiben Sie lieber distanzierter, als eine Schwelle unerwünschterweise zu überschreiten. Hier finden Sie einige hilfreiche Beispiele:

  • Liebe/r (Vorname)
  • Mein Lieber / Meine Liebe (Vorname)
  • Liebe Familie (Nachname)
  • Liebe Trauerfamilie (Nachname)
  • Sehr geehrte/r Frau Herr (Nachname)

Absolut notwendig ist die richtige Schreibweise der Namen. Sollten Sie unsicher sein, dann erkundigen Sie sich unauffällig, wie Vor- oder Familiennamen buchstabiert werden. Fragen Sie eine Person, die es sicher weiß, aber nie direkt die Empfänger der Trauerkarten. Alternativ hilft auch ein Blick in die Todes- oder Traueranzeigen der Tageszeitung. Falls die Familie dort eine Annonce zum Todesfall aufgegeben hat, erfahren Sie auch hier die korrekte Schreibweise.

Die Einleitung

Gerade die ersten Sätze einer Beileidsbekundung haben es in sich. Wie fangen Sie am besten an? Erzählen Sie doch einfach, wie und wo Sie von der Todesnachricht erfahren haben. Verbergen Sie dabei nicht Ihre Gefühle. In der Trauerkarte sind Ehrlichkeit und Offenheit am wichtigsten. Geben Sie ruhig zu, dass Sie erschüttert oder fassungslos sind. Sie dürfen auch gerne schreiben, dass die Trauer Sie fast sprachlos macht.

Um einen persönlichen Bezug zu gewährleisten, nennen Sie auf jeden Fall den Namen des Verstorbenen und das bereits in der Einleitung. Ob Sie dabei den Vor- oder Nachnamen benutzen, hängt wiederum vom Verhältnis zu Lebzeiten ab. Wenn Sie den Toten geduzt haben, dann verwenden Sie Vornamen, ansonsten ist der Familienname die richtige Wahl.

Persönlicher Bezug

Die Angehörigen freuen sich, wenn Sie Ihre schönsten, berührendsten und lustigsten Erinnerungen an den Toten teilen. Dazu brauchen Sie keine Romane zu schreiben. Nennen Sie einen oder zwei Momente, die Sie den Verstorbenen bestimmt nie vergessen lassen. In dem Zusammenhang ist es besonders ergreifend, wenn Ihre Rückschau typische Charakterzüge des Toten erkennen lässt.

Am besten gelingt ein persönlicher Bezug, wenn sich der Verfasser Ruhe und Zeit gönnt. Ziehen Sie sich für eine halbe Stunde an einen ungestörten Ort zurück. Vielleicht möchten Sie einige Fotoalben oder alte Briefe mitnehmen, die Sie an den Verstorbenen erinnern. Lassen Sie die gemeinsame Vergangenheit vor Ihrem inneren Auge Revue passieren. Sollten Ihnen bei einer bestimmten Erinnerung die Tränen kommen, könnte das die passende Momentaufnahme sein. Überprüfen Sie dieses Andenken nochmals. Falls es einen typischen Zug der Persönlichkeit des Verschiedenen zum Ausdruck bringt, haben Sie die perfekte Rückschau gefunden.

Aufrichtige Beileidsbekundung

Vom persönlichen Bezug zaubern Sie einen fließenden Übergang zur Beileidsbekundung. Sprechen Sie beispielsweise darüber, wie schwer Ihnen der Abschied fällt und wie unfassbar schwierig es erst für die nächsten Angehörigen sein mag. Für die konkrete Beileidsbekundung sind, neben der Floskel “mein herzliches Beileid”, unter anderem folgende Varianten möglich:

  • In diesen schweren Stunden möchte ich Ihnen / Euch mein tiefes Beileid aussprechen.
  • Ich möchte Ihnen /Euch mein aufrichtiges Beileid zu dem schmerzhaften Verlust Ihres /Eures Vaters, Bruders, Sohnes bekunden.
  • Mein tief empfundenes Beileid zu Ihrem / Eurem schweren Verlust.
  • Aus tiefstem Herzen spreche ich Ihnen / Euch meine Anteilnahme aus.
  • Ich teile den schlimmen Verlust mit Ihnen / Euch und schicke mein herzliches Beileid.
  • Unendlich traurig über den Tod von (Name des Verstorbenen), fühle ich mit Euch.

Hoffnung für die Zukunft spenden

Auf keinen Fall sollten Sie in der Beileidskarte auf abgedroschene Phrasen zurückgreifen. Ein “Kopf hoch, das wird schon wieder” oder “Die Zeit heilt alle Wunden” will und kann Trauernde verärgern. Wie genau die Sie den Lichtblick für die Zukunft formulieren, hängt auch stark vom Todesfall selbst ab.

Stirbt ein Mensch, nach langer, schwerer Krankheit, sprechen Sie von der ersehnten Erlösung von den Schmerzen. Wurde dagegen ein Mensch überraschend aus dem Leben gerissen, teilen Sie den Hinterbliebenen mit, dass Sie die Erinnerung an den Toten immer im Herzen tragen werden und er nie vergessen sein wird.

Wünschen Sie den Angehörigen viel Kraft in der schweren Stunde und für die Zukunft. Handelt es sich bei den Empfängern um gläubige Menschen, können Sie sich auch auf Gottvertrauen und die Rückkehr des Verstorbenen ins Paradies berufen.

Unterstützung anbieten

Bevor Sie das Schreiben abschließen, sollten Sie den Angehörigen noch Ihre Hilfe offerieren. Welche Art der Unterstützung sie konkret anbieten, entscheiden Sie individuell. Den Angehörigen können ein offenes Ohr und die Bereitschaft zu Gesprächen über den Toten ebenso wichtig sein, wie Hilfe im Haushalt, bei der Organisation der Beerdigung oder finanzielle Unterstützung. Seien Sie aber auf jeden Fall bereit, das Versprochene auch zu leisten.

Verabschiedung

Die Abschiedsformel sollte mit dem Stil der Begrüßung zusammenpassen. Je persönlicher die Anrede ausfällt, desto intimer fällt auch der Schluss aus. Vor Ihrem Namen schreiben Sie beispielsweise:

  • In tiefer Verbundenheit
  • Mit aufrichtiger Anteilnahme
  • Mit stillem Gruß / Händedruck
  • Fühle Dich umarmt

Passende Sprüche zur Trauer

Um den Kondolenzkarten noch mehr Ausdruck zu verleihen, eignen sich tiefsinnige Sprüche. War der Verstorbene gläubig, ist die Bibel eine hervorragende Inspirationsquelle für stimmungsvolle Zitate. Besonders beliebte Zeilen aus der Heiligen Schrift sind:

  • “Zum Paradies mögen Engel dich geleiten, die heiligen Märtyrer dich begrüßen und dich führen in die heilige Stadt Jerusalem. Die Chöre der Engel mögen dich empfangen,
    und mit Christus, der für dich gestorben, soll ewiges Leben Dich erfreuen. Amen.” Hymnus
  • “Solches habe ich mit euch geredet, dass ihr in mir Frieden habet. In der Welt habt ihr Angst; aber seid getrost, ich habe die Welt überwunden.” Johannes 16, 33
  • “Wenn mir gleich Leib und Seele verschmachtet, so bist du doch, Gott, allezeit meines Herzens Trost und mein Teil.” Psalm 73,26

Es gibt aber auch weltliche Verse, die Sie auf Beileidskarten hervorragend verwenden können. Überlegen Sie, ob der Verstorbene vielleicht einen Schriftsteller oder eine Musikgruppe besonders verehrte. Möglicherweise finden Sie in deren Werken einen passenden Abschnitt. Ansonsten können Sie auch aus folgenden Optionen wählen:

  • “Man lebt zweimal: das erste Mal in der Wirklichkeit, das zweite Mal in der Erinnerung.” Honoré de Balzac
  • “Tod hat keine Bedeutung. Ich hab´ mich nur ins nächste Zimmer aufgemacht. Ich bin ich und Du bist Du: Was immer wir füreinander gewesen sind, das gilt auch weiter.” Henry Scott Holland
  • “Steh nicht am Grab mit verweintem Gesicht, ich bin da – ich schlafe nicht. Ich bin im Wind, der weht über die See, ich bin das Glitzern im weißen Schnee. Ich bin die Sonne auf reifender Saat, ich bin im Herbst in der goldenen Mahd. Wenn Du erwachst im Morgenschein, werde ich immer um Dich sein. Bin im Kreisen der Vögel am Himmelszelt,
    ich bin der Stern, der die Nacht erhellt. Steh nicht am Grab in verzweifelter Not, ich bin nicht da – ich bin nicht tot!” Irisches Grabgedicht

Unabhängig, für welche Variante Sie sich entscheiden, wichtig ist, dass der gewählte Spruch sowohl zum Anlass als auch dem Toten passt.

Design: So sehen stilvolle Kondolenzkarten aus

In immer mehr Fällen entscheiden sich Menschen für individuelle Kondolenzkarten, um ihr Beileid auszudrücken. Das hat den Hintergrund, weil eine einzigartige Karte viel Aufmerksamkeit und Liebe transportiert.

Verwenden Sie für Beileidskarten am besten ein Klappformat. Auf der Vorderseite bilden Sie ein schönes Symbol ab. Dazu darf sich ein passender Spruch gesellen oder eine Beileidsbekundung. Auf der rechten Innenseite bilden Sie den Text ab. Es empfiehlt sich, die Karte mit der Hand zu schreiben. Notfalls geht auch ein gedrucktes Exemplar, auf dem Sie aber unbedingt persönlich unterzeichnen.

Die Trauerkarten-Experten von meine-kartenmanufaktur.de erklären, worauf beim Design zu achten ist. So existieren bestimmte Farben, die besonders gut für Beileidsbekundungen passen.

  • Schwarz symbolisiert Trauer und Tod.
  • Weiß steht für Reinheit, Unschuld, Gnade und die Auferstehung.
  • Rot und helles Rosa bekunden Liebe, die auch über den Tod hinaus besteht.
  • Gelb und Orange verkörpern das ewige Licht.
  • Grün gilt als Farbe der Hoffnung.

Insgesamt wird bei der Kartengestaltung eher auf gedeckte Töne gesetzt. Eine Ausnahme stellen Todesfälle von Kindern dar. Bei diesen unfassbar traurigen Gelegenheiten kommen auch zarte Farben auf den Beileidskarten zum Einsatz. Sie stehen für die Reinheit und vermitteln Leichtigkeit sowie Licht.

Vielleicht war der Verstorbene auch für eine bestimmte Lieblingsfarbe bekannt, dann dürfen Papeterie und Blumenschmuck gerne entsprechend gefärbt sein. Je aufmerksamer Ihre Kartengestaltung ist, desto zielsicherer treffen Sie ins Herz der Angehörigen.

Auch bei der Motivgestaltung gibt es Symbole, die besonders gerne bei Trauerfällen zum Einsatz kommen. Bei christlichen Menschen wird häufig das Kreuz abgedruckt. Ansonsten sind auch Naturmotive wie Blätter, Wolken, Sterne, Herbst- und Winterlandschaften beliebt. Federn sind auf Kondolenzkarten ebenso zu finden wie Kerzen, Engel, Herzen und Sonnenuntergänge. Verstirbt ein junger Mensch, zieren oft auch Teddybären oder andere niedliche Motive die Karten.

Auf ein Foto des Verstorbenen sollten Sie in der Beileids-Papeterie verzichten. Bilder der Toten werden normalerweise nur von den Angehörigen unter anderem für die Sterbebilder und Todesanzeigen verwendet.

Empfänger: Wer bekommt eine Beileidskarte?

Senden Sie Kondolenzkarten an die nächsten Angehörigen des Verstorbenen. Normalerweise zählen dazu Eltern, Partner und Kinder. Leben die Empfänger in einem Haushalt, reicht es aus, wenn Sie die eine Karte an alle senden. Erwähnen Sie in der Anrede die ganze Familie. Leben die Angehörigen nicht unter einem Dach, verfassen Sie einzelne Exemplare je Haushalt und überreichen diese. Ist ein Geschäftskontakt verstorben, schicken Sie eine Karte an die Firma sowie ein Exemplar an die Familie. Falls Sie die notwendigen Kontaktdaten nicht besitzen, erkundigen Sie sich im Sekretariat des Businesspartners.

Versand: Adressieren der Kondolenzschreiben

Früher war auf den Briefkuverts die Ansprache “An das Trauerhaus” Standard. Davon ist man mittlerweile abgekommen. Adressieren Sie das Schreiben an die ganze Familie oder die jeweilige Einzelperson. Idealerweise kennen Sie die Vornamen von allen Empfängern und notieren diese. So kann die Anschrift bei einer Familie beispielsweise “Familie Max, Karin und Simon Mustermann” lauten. Ab besten notieren Sie die Adresse per Hand. Dadurch entsteht ein persönlicher Eindruck.

Geschenke zur Beerdigung: Was ist angemessen?

Lesen Sie die Trauerannonce und Trauerkarte aufmerksam durch. Oftmals erwähnen die Angehörigen, in welcher Form Sie sich die Geschenke wünschen. Finden Sie keinen entsprechenden Hinweis, bringen Sie gerne Blumenschmuck für das Grab mit. In der Kondolenzkarte dürfen Sie alternativ ein Geldgeschenk beilegen. Die Höhe des Betrags hängt sowohl von Ihrer Beziehung zum Verstorbenen als auch von Ihrer finanziellen Möglichkeit ab. Als Mindestbetrag gelten 10 Euro. Freunde und Familienangehörige überreichen zwischen 20 und 100 Euro. Wünschen sich die Angehörigen eine Geldspende für einen wohltätigen Zweck, wird die zugehörige Bankverbindung normalerweise in der Zeitung publik gemacht. Legen Sie in der Kondolenzkarte die Kopie der Spendenquittung bei.

Zusätzlich dürfen Sie gerne Ihre Hilfe schenken. Bieten Sie Ihre Unterstützung an der Stelle an, an der die Hinterbliebenen sie am meisten brauchen. Hier ist Fingerspitzengefühl gefragt. Fragen Sie gerne in regelmäßigen Abständen nach, biedern sich aber nicht an.